Pressearbeit in Frankreich und in Deutschland

Deutschland und Frankreich: zwei Länder, deren Kultur, Geschichte und Medienlandschaft einige Unterschiede aufweisen. Es erscheint daher logisch, dass die Pressearbeit auf beiden Seiten des Rheins ebenfalls unterschiedlich abläuft, selbst wenn dies vielen oft nicht bewusst ist. Die Unterschiede hängen natürlich auch von der Branche, dem jeweiligen Printmedium und den zu übermittelnden Informationen ab: Die Kommunikation muss stets auf die Zielgruppe zugeschnitten sein!

Deutsche Journalisten sind sehr vorsichtig und hegen große Vorbehalte gegenüber jeglicher Form von persuasiver Kommunikation – möglicherweise eine Folge des im Zweiten Weltkrieg erfolgten Missbrauchs von Kommunikation zu Propagandazwecken. Es ist folglich nicht immer einfach, sie mit Informationsmaterial zu versorgen, da sie zu offensichtliches Marketing ablehnen, zugunsten neutralerer Inhalte mit rein informativem Wert. Des Weiteren reagieren sie sehr negativ auf wiederholte telefonische Nachfragen und bevorzugen eine schriftliche Kontaktaufnahme per Mail oder per Post.

DIFFERENZIERTE PRESSEARBEIT

Auf französischer Seite ist die Situation eine ganz andere. Man bevorzugt den direkten Kontakt, und es werden Treffen vereinbart, wenn man an einer dauerhaften Geschäftsbeziehung interessiert ist. Wiederholtes Nachfragen am Telefon ist vor allem am Anfang der Zusammenarbeit unerlässlich, um nach dem ersten Kontakt die Beziehung zu festigen. Der französische Journalist will verwöhnt werden: Pröbchen, Presseveranstaltungen mit Rundumversorgung – der Journalist ist König. Doch was in Frankreich normal ist, kann in Deutschland als ethisch fragwürdig wahrgenommen werden – deutsche Journalisten könnten denken, man wolle sie bestechen. Gerne betonen sie ihre Professionalität und ihre journalistische Unabhängigkeit. Eine ethische Einstellung, an deren Aufrichtigkeit Zweifel angebracht sind, wenn man weiß, dass sie nicht zögern, nach Erhalt einer Pressemitteilung anzurufen, um die Veröffentlichung des Textes in Verbindung mit einer Werbeanzeige vorzuschlagen … Die deutsche Pressearbeit hat etwas von ihrem einstigen Glanz eingebüßt und scheint vor den ökonomischen Zwängen eingeknickt zu sein. Natürlich muss differenziert werden: All dies hängt nicht zuletzt davon ab, an welche Art von Presse man sich richtet. In beiden Ländern sind Journalisten und Pressesprecher aufeinander angewiesen. Sie haben sich infolgedessen eine Win-win-Strategie erarbeitet, die es ihnen erlaubt, zusammenzuarbeiten. Vor diesem Hintergrund erscheint es keine leichte Aufgabe, ohne Kenntnis der jeweiligen Sitten und Gebräuche eine zielgerichtete Kampagne durchzuführen …

Aus diesem Grund wird die Pressearbeit bei maetva stets von Muttersprachlern aus dem jeweiligen Zielland durchgeführt, die mit dessen Kultur und Sitten bestens vertraut sind, und die wissen, wie sie an die Journalisten herantreten müssen, um den gewünschten Erfolg zu erzielen.